B´soffene Marille und Wachauer Marillenlikör

Marillenlikör aus der Wachau
Verschiedene Produkte aus Wachauer Marillen

Verschiedene Produkte aus Wachauer Marillen

Bei jedem Festbesuch wie in der Wachau landet man wohl oder übel in der so genannten „Schnapsbar“. Der Unterschied zu Festen außerhalb dieses traumhaften Landstriches ist der, dass die Bar meist in einem kleinen Keller oder in einem wunderschönen Innenhof eines alten Wachauer Winzerhauses untergebracht ist.

Was man außer Marillenmarmelade und Marillenknödel noch alles aus dem kleinen Früchtchen machen lässt, kann man dann hier verkosten. Zum Beispiel, einen Wachauer Marillenbrand oder die berühmte „B´soffene Marille“. Diese kann sowohl gut gekühlt als auch zimmerwarm getrunken werden und ist sowieso ein Thema für sich. Doch das richtige Genießen dieser besonderen Wachauer Spezialität ist eine Kunst, die man aber jederzeit bei einem Aufenthalt in Weißenkirchen oder der anderen Wachauorte „erlernt“.

Hier eine kleine Anleitung, damit man beim nächsten Wachauurlaub schon punkten kann:
Zuerst fischt man die B´soffene Marille mit dem Zahnstocher aus dem Glas – zerbeißt sie – belässt sie aber im Mund und trinkt die Flüssigkeit „drüber“. Dabei kommt der fruchtige Geschmack so richtig zum Ausdruck. Bei einem der zahlreichen Feste in der Wachau, kann man das Neu-Erlernte unter Beweis stellen. 

Zum Beispiel beim Wachauer Kirtag des SC Weißenkirchen
info@scweissenkirchen.at

Freitag 9. Juli - Sonntag 11. Juli 2010 - Teisenhoferhof Weißenkirchen in der Wachau

Freitag
ab 20:30: The Legendary Daltons

Samstag
ab 10:00: Bayrischer Frühschoppen
ab 20:00: Tanzmusik mit TAKE 4

Sonntag
ab 10:30: Frühschoppen Trachtenkapelle Wösendorf
ab 20:30: Finale Fußball WM 2010 auf Großbildleinwand

Und damit man auch zu Hause nicht auf die Wachauer Marille und schon gar nicht auf die B´soffene Marille verzichten muss, hier eine Variante:

B´soffene Marille - Rezept für 10 Portionen von Haubenköchin Maria Rosenberger
(Donauwirt / Weißenkirchen in der Wachau)

250 g Wachauer Marillen
250 g Zucker
100 ml Wasser
1 TL Vanillezucker oder 1 Vanilleschote
200 ml Wachauer Marillenbrand
ganz kleines Stück Zimtrinde
2 Gewürznelken

Nicht zu reife, feste Marillen waschen. Anschließend halbieren und entsteinen.
Die Marillen in ein Spangenglas mit Deckel schichten, Gewürznelken und Zimtrindenstücken dazugeben. Wasser mit Zucker und Vanillezucker aufkochen und auskühlen lassen. Den Wachauer Marillenbrand mit ausgekühltem Zuckerwasser mischen und über die Früchte gießen. Das gut verschlossene Glas für ca. 3 Monate OHNE ZU ÖFFNEN & ZU KOSTEN (!) am Fenster ohne Sonne stehen lassen.

Wer es lieber einfacher haben will aber trotzdem auf die eine wahre Geschmacksexplosion nicht verzichten will, hält sich an den selbstgemachten Wachauer Marillenlikör. Dieser schmeckt nicht nur pur hervorragend, sondern auch über Marillen – oder über Vanilleeis gegossen, denkt man ein Stück Sommer im Mund zu haben.

Die diversen Wachauer Marillenlikör – Rezepte werden als gut gehütetes Geheimnis von Generation zu Generation weiter gegeben. Doch manchmal lässt sich die eine oder andere Köchin über die Schulter schauen:

Wachauer Marillenlikör - Rezept von Haubenköchin Maria Rosenberger
(Donauwirt / Weißenkirchen in der Wachau)

1 kg reife Marillen grob geschnitten
1 l Weingeist
1 kg Zucker
1 1/2 l Wasser

Die Marillen entkernen und in grobe Stücke schneiden. Die Marillen zusammen mit den anderen Zutaten in ein Gefäß füllen und gut verschließen. 6-8 Wochen stehen lassen. Immer wieder schütteln. Danach Flaschen füllen. Dunkel und kühl lagern.

Artikel als pdf Dokument laden Download PDF

Über den Autor

Ein herzliches „Grüß Gott“. Mein Name ist Maria Rosenberger und seit über zwanzig Jahren bin ich die Donauwirtin in Weißenkirchen in der Wachau. Bei uns im Haus bin ich nicht nur Gastgeberin, sondern auch Küchenchefin unseres Restaurants.

4 Kommentare on "B´soffene Marille und Wachauer Marillenlikör"

  1. Edith 18. Juni 2011 um 11:12 ·

    Einfach super! Ohne zu googeln hab ich hier ein tolles (nachvollziehbares) Rezept für die "besoffene Marille" gefunden!
    Danke schön!

  2. Claudia 21. Juli 2011 um 08:44 ·

    Vielen Dank für das Rezept. Beim nächsten Wachauausflug kehren wir sicher bei der Donauwirtin ein :) Bis dahin viele liebe Grüße aus Ybbs an der Donau - Claudia

  3. Markus Schörmann 24. Februar 2012 um 01:11 ·

    Die „B’soffene Marille“ lernte ich im Wachau Urlaub und in Weißenkirchen als echte Spezialität kennen. Der selbstgebrannte Schnaps schmeckt erst mit dem süßen Früchtchen, das im wahrsten Sinne des Wortes „besoffen“ ist, so richtig. Danke für die anschauliche Trinkanleitung, beim nächsten Geburtstagsfest in der Heimat werde ich die mitgebrachten Spezialitäten aus der Wachau verkosten lassen.

  4. Susanne 24. Mai 2013 um 22:01 ·

    Wie heißen die Gläser aus denen man die b' soffene marille trinkt?

Posten Sie Ihre Meinung!