1978 war das Rieslingfest hier in Weißenkirchen erstmalig der Grund, bzw. Anlass mit Freunden aus meiner Heimatstadt Passau in die Wachau zu reisen. Alle Jahre war dann seither das Rieslingfest ein “Pflichttermin”. Höhepunkt des Festes ist die Überreichung des Rieslingordens an Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche (z.B. Waltraud Haas (Mariandl) oder Prof. Peter Weck) oder anderen Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Ludwig Prokop von der Uni-Klinik Wien, bzw. diversen Politikern, die sich um Weißenkirchen, bzw. die Wachau verdient gemacht haben.
Zehn Jahre reichten aus, viele zusätzliche Besuche während des Jahres kamen ja dazu, beim damaligen Fremdenverkehrsobmann Franz Heller, Besitzer des Herbergsbetriebes Pension Heller, einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu erlangen. Mann kannte und schätzte sich und saß da und da mal bei einem Achterl Veltliner zusammen!
Rießlingfest Weißenkirchen anno 1988
Es war dann beim Rieslingfest 1988, als am Freitag Abend bereits Franz Heller auf mich zukam und sagte: “Der Abelein kummt ned!” Ich konnte mit der Aussage absolut nichts anfangen und verstand nur Bahnhof! Samstag morgen dann, beim obligatorischen Frühschoppen beim Korner Poidl (wer sagt oder kennt schon: “Gasthaus Weiße Rose”?!?!) las ich dann auf dem Festplakat: Sonntag Nachmittag im Teisenhoferhof: Verleihung des Rieslingordens (u.a.) an Bürgermeister Fritz Abelein aus Passau!
Herr Abelein war seinerzeit zweiter Bürgermeister von Passau. Selber zwar nur wenig oft in der Wachau gewesen, war er aber Symbolfigur, stellvertretend für alle Passauer, die seit vielen, vielen Jahren die Wachau und speziell Weißenkirchen besuchten! Leider ergab es sich seinerzeit, dass der damalige dritte Bürgermeister von Passau Herr Hans Koniszewski verstarb und der Oberbürgermeister Herr Hans Hösl im Urlaub war (das Rieslingfest ist ja immer Mitte August). Somit musste Herr Abelein den Amtsgeschäften in Passau nachkommen und konnte nicht in die Wachau reisen!
Bei besagtem Frühschoppen kam Franz Heller wiederum auf mich zu uns sprach nur diese Worte: “Der Abelein kummt ned” Da fiel mir, wie vom Blitz getroffen, der Hintergrund seiner Worte ein und ich fragte ihn: “Ja meinst Du vielleicht, dass ich für ihn den Rieslingorden in Empfang nehmen soll”? Franz Heller nickte nur wortlos und ich war der, der nicht nein sagen konnte!
So stand ich dann am Sonntag Nachmittag im vollen Teisenhofer Hof vor ungefähr 500 Besuchern auf der Bühne, hinter mir die Wösendorfer Blaskapelle und hielt eine Dankesansprache ans “Volk”. Um mich und somit auch die Stadt Passau nicht zu blamieren, hatte ich diese Ansprache am Vormittag beim baden am Donaustrand von Weißenkirchen geübt. Meiner Meinung nach und der anderer ist mir dies ganz ordentlich gelungen und ich habe die Stadt Passau vor einer Blamage gerettet und habe das Gefühl eines Rieslingordens-Träger verspüren dürfen!
Wieder zurück in der Heimat war ich dann ein paar Tage später im Passauer Rathaus im Raum des Oberbürgermeisters, wo ich den Rieslingorden in Form eines Weinhebers an Herrn Abelein übergab. Eine kleine Weinbutte mit ein paar Flascherl gefüllt war mein Lohn und erinnert mich seither an das Rieslingfest 1988!
Edi Schneider, Passau/Hauzenberg


























